Mittwoch, 29. Juli 2026

Parallelwelt in der Gluthitze

Der Abschied in Aschbuch ist doch nicht so ganz einfach, darum trödel ich ein wenig herum. Bei 25 Grad die Hütte "einwintern" fühlt sich ja auch komisch an. Letztendlich sind wir "früh" um viertel vor zehn auf Tour. Die Lisl ist aufgetankt, frisch "getüvt" und sogar ein klein wenig geputzt! Wie immer springt sie zuverlässig an und legt fröhlich los.


Eine herrliche Duftmischung umgibt uns: frisches Stroh, Waldboden, Gras und süßlicher Maisgeruch. Die Magerwiesen an den felsigen Hängen mit den Wacholderbüschen faszinieren mich immer wieder.

Kurti führt uns Wege von alt- bis un-bekannt. Kleine und kleinste Asphaltsträßchen. In der Parallelwelt ist es einsam, kaum jemand begegnet uns. Und wenn doch, dann sind es meist Fahrradfahrer. Schade, daß das Navi keinen Einstellknopf für Schönheit hat, nur für den Kurvigkeitsgrad und Straßenkategorien. Darum verlassen wir das wunderschöne Laabertal bald um auf kleinen Feldwegen dahinzukurven. Es war schön, den Kurven der langsam dahinfließenden Laaber zu folgen und den Enten beim Wellness-paddeln zuzusehen. Vom Altmühltal kurven wir durch Feld und Wald, vorbei an Burgen und Schlössern in die Fränkische Schweiz und in die Hassberge. Gerade als der Gedanke "ich bin mal gespannt, ob wir den heutigen Tag ohne Straßensperren erleben werden" vorbeizieht, taucht sie in der Ferne auf, die Sperre! Wie meist ignorieren wir sie einfach, ebenso alle folgenden Warnungen und fahren letztendlich wenige hundert Meter auf einem frischen Belag zwischen wenigen Baumaschinen durch. Kein Problem!

Um die Mittagszeit - mitten in der brütenden Hitze bei 35 Grad - möchte ich mir ein paar interessante Sinterterrassen anschauen. Für gut 1 km führt der Wanderweg an einem ausgetrockneten Bachbett entlang. Unter dem Moos kann man die Kalksteinterrassen erahnen, bevor sie schließlich ganz im Dickicht der Dornen und Brennnesseln verschwinden. Da scheint dieses Jahr noch nicht viel Wasser geflossen zu sein. Obwohl weit und breit kein Tropfen Wasser zu sehen ist, plätschert es doch irgendwo und im Tal füllt es sogar mit dickem Strahl ein paar Fischtümpel. Schade, es wäre schön gewesen, das Wasser über die Terrassen springen zu sehen. "Erholung" geben mir nur ein paar kleine Maiskölbchen und eine halbe Flasche Wasser über den Kopf geschüttet.

Nach einem Besuch bei meiner Tante in Bamberg kommen wir schließlich todmüde und durhgebraten in Königsberg an. Die nächsten Tage ist Handwerk angesagt.


Und hier die Strecke: