Unser Aufbruch um 9 Uhr geht zügig, von Christof haben wir uns schon vorher verabschiedet. Die Praxis findet Tante Google problemlos und während ich geduldig auf meine Behandlung warte, sucht sich Wayne einen Frühstücksplatz. Eine junge, nette aber sehr resolute Ärztin macht ein paar kurze Tests, dann muss ich nochmal warten, bis die Liege frei wird. Dort gibt es weitere Tests und das Resultat. Die Fakten: "Sie haben einen Lagerungsschwindel" ist die kurze, bestimmte Auskunft. Ok. Und nun? Die schlechte Nachricht: "Sie werden damit leben müssen. Pillen oder Tropfen dagegen gibt es nicht." Die gute Nachricht: "Es gibt eine Übung, die möglicherweise die Ursache beheben kann." Wie oft und wie lange ich üben muss ist unklar, ebenso ob der Schwindel jemals ganz weg sein wird.
Als ich die Praxis verlasse eiere ich schrecklich, es ist sengend heiß, aber ich beschließe, die Lisl den Fortbewegungsjob machen zu lassen. Ein Stück fahren wir voraus, denn Kurt kennt die abgeänderte Strecke.
Als wir auf unserer geplanten Strecke ankommen, übernehmen Wayne und Moss wieder die Führung. Durch den Naturpark "nördliche Vogesen" schlängeln wir uns auf wunderbaren, kleinsten und mittelmäßig kurvigen Sträßchen dahin. Zum Glück verläuft die Strecke oft im Wald, wo es etwas kühler ist. Wayne ist für die Sehenswürdigkeiten verantwortlich und führt uns zum Chateau La Petit-Pierre. Das Schloß und das angrenzende Dorf kann man besichtigen, aber die Räume werden privat bzw. wirtschaftlich genutzt. Eine gute Idee, finde ich. Auf diese Weise bleiben die Gebäude in Schuss. Bis wir uns für einen Drink entschieden haben, ist es leider zu spät und die Wirtschaften schließen gerade. Ein Stück den Berg hinunter in die moderne Ortschaft gibt es ein Hotel mit Straßencafe - dort werden gerade Straße und Kirchplatz frisch gepflastert und abgerüttelt. Ein höllischer Lärm! Nach einem schnellen Getränk eilen wir zu den Maschinen und brechen um 15:30 Uhr wieder auf.
Die Planung war, die Straßburger Innenstadt zu durchstreifen und dann in Kehl zu übernachten. Aber noch bevor wir die nächste geplante Burg erreichen, entdecken Waynes Adleraugen die Burg Lutzelbourg, die ihn magisch anzieht. Es ist heiß! Heißer (32 Grad)! Die Ruine ist unterschiedlich gut erhalten, interessant. Das gesamte Gelände ist grasbewachsen, es gibt 2 Sitzgarnituren - eigentlich ein schöner Platz zum bleiben? Wir haben ja noch nicht mal die Hälfte der heutigen Planung hinter uns...aber wenn man so lange rumtrödelt wie wir, dann ist es eben jetzt schon Zeit, sich hier einzurichten.
Wir warten, bis die letzten Gäste verschwunden sind und entern die Burg dann mit den Motorrädern. Lisl macht sich neben einer der Sitzgarnituren breit, während Waynes TTabs sich hinter altem Gemäuer unter einem Tarnnetz versteckt. Im Schatten weht ein kühles Lüftchen, sehr angenehm. Wir werden hier bleiben, es ist ein herrlicher Platz! Allerdings denken das noch viel mehr Besucher, die hier nur kurz vorbeischauen oder auch picknicken. Keiner jedoch beschwert sich über unsere Zweiräder.
Später am Abend haben wir dann das ganze Schloss für uns alleine - ich bin jetzt wohl die Prinzessin von Lutzelbourg!











