Nach einem guten Schlaf wache ich dennoch müde und schwindlig auf. Heute haben wir noch eine lange Tour vor uns. Sebastian kredenzt mir noch ein gutes Frühstück und dann brechen wir frühzeitig auf. Die Regenjacke wandert ins Gepäck und im Lauf des Tages lege ich noch 2 weitere Lagen ab. 34 Grad zeigt mein Thermometer an!
Ein Zwischenstop ist geplant, liegt aber passend am Weg. Beim Quad-Händler, von dem ODIN stammt, habe ich noch unbekannte Schulden, die ich gerne los werden möchte. Der Besuch entwickelt sich zu einem längeren Kaffeeplausch und gibt mir wieder genug Energie für das letzte Stück von ca. 100 km.
Straßensperrung! Nicht die Einzige heute. Scheint irgendwie Spaß zu machen, einfach mal Sperrschilder aufzustellen, die Baustelle nicht genau zu lokalisieren und auch keine vernünftige Umleitung anzugeben. Nachdem wir bei den ersten Sperrungen in völlig falsche Richtungen gelenkt werden und Kurti mangels Internet wieder nicht helfen kann, versuchen wir unser Glück einfach nach Himmelsrichtung. Es scheint zu klappen...bis wir nach längerer, schöner Fahrt auf kleinsten Querfeldeinwegen (asphaltiert) wieder am - diesmal nicht angekündigten - Sperrschild stehen. Jetzt wird es uns zu dumm und wir fahren einfach mal weiter. Immer eindringlicher werden die Verbotsschilder, aber wir spielen einfach "Anlieger" und fahren weiter. Irgendwann sitzen 2 Strichemaler auf der Straße, die sich aber überhaupt nicht um uns kümmern, als wir sie langsam passieren. Und schon sind wir am Ende der Baustelle und auf unserer eigentlichen Route angekommen. Auf dieser Route ist weit und breit nichts von Bauarbeiten zu sehen! Immer wieder tauchen diese doofen Schilder auf und wollen uns durch die Welt schicken. Langsam wird es uns zu dumm und immer häufiger ignorieren wir sie einfach und fahren, bis es wirklich nicht mehr weitergeht. In einem Fall ist die tatsächliche Baustelle nur sehr kurz und leicht via einer Siedlung zu umfahren. Ein anderes mal nehmen wir einfach die halbfertige Trasse unter die Räder, bis uns tatsächlich Bagger und Erdhügel stoppen. Na gut, dann weichen wir eben ein Stück weit auf den nebenan verlaufenden Radweg aus - das geht auch. Und niemand scheint es zu stören. Dieses Theater kostet einfach nur unnötig Nerven!
Trotz allem rollen wir um 18 Uhr durch die letzte Baustelle, direkt vor der Haustür. Irgendwie habe ich keine Ruhe, obwohl ich todmüde bin. Die Lisl wird komplett abgepackt. Sie muss jetzt erstmal in die Klinik. Das heißt, für gut 1 Woche herrscht jetzt Fahrpause, bis die zweite Etappe, vermutlich am 28. oder 29., beginnt.
Und hier die Strecke (3.500 km gesamt waren geplant, jetzt sind es ca. 4.160 inklusive Fähren in 14 Tagen geworden!):