Es war gut, heute diese Hütte zu buchen - meine Klamotten (außer dem Zelt) sind nun trocken und bis ich loskomme hört auch der feine Nieselregen auf. Ich bin gespannt auf den Preis - und ein bisschen enttäuscht, daß es bei den 435 kr bleibt. Die Erklärung ist: normalerweise müßte man noch 200 kr für die Reinigung bezahlen, aber die hat er wohl bei dem Schotten vergessen zu berechnen. Das haben dann 2 hinter ihm stehende Motorrradfahrer mitbekommen und ebenfalls eingefordert und ich war nun die vierte, die diesen Preis bekommt. Aber auf diese Weise kommen wir in eine nette Unterhaltung, ich bekommen einen Kaffee und ein Kompliment für meine gute Sprache.
Die Straßen sind noch naß, aber von oben strahlt die Sonne vom weiß-blauen Himmel - Kaiserwetter! Die Regenmontur bleibt trotzdem angezogen. Gemütlich schlendern wir durch grüne Auen und Wälder, immer schön abseits der Hauptstraßen. Gut gemacht, Kurt. Mit der Entfernung anch Kristiansand habe ich mich ziemlich vertan, ich habe mit 100 km mehr gerechnet. So sind wir halt schon um die Mittagszeit im richtig warmen Kristiansand. Eine hübsche Strandpromenade finden wir leider nicht, wohl auber ein schönes Plätzchen am Ufer der Otra. An der Tanke hinter uns gibt's was zu essen und zu trinken, die Regenhose und die Lenkerstulpen wandern nun endlich in eine Tasche. Die Jacke schnalle ich komplett auf das Topcase - aber nur bis zum Hafen. Es ist so warm. Wir müssen ein paar Stunden bis zum Checkin warten, ist halt heut ein Entspannungstag!
Schiff Ahoi, heißt esgegen 16 Uhr. Horden von Motorradfahrern verlassen es bevor wir 5 (2 Dänen, 1 Engländer, 1 Italiener und die Lisl) es entern dürfen. Kaum an Bord, prasselt der nächste Regenschauer nieder - das ist Timing! Es ist eine ruhige und rasche Überfahrt, dafür scharrt das Motorradvolk mit den Hufen und die Motoren röhren bereits, bevor sich die Luke öffnet. Hier in Dänemark ist es bewölkt aber trocken. Kurt leitet uns brav auf Abwegen die Küste entlang. Schon bald steigt mir der unvermeidliche, dänische Schweinegeruch in die Nase und kurz darauf finden wir ein geschotterstes Sandsträßchen zum Strand. Das heißt, zu den Dünen. Denn diese sind steil und hoch, der Sand ist tief und jeder Schritt vorwärts rutscht wieder ein Stück zurück. Ganz bis zum Wasser wandere ich darum nicht. Wir haben ein schönes Plätzchen hinter den Dünen auf festem, sandigem Untergrund mit etwas Gras. Die Lisl steht sicher und die frische Brise bringt das Zelt bereits während des Aufbaus zum fliegen. Lass ich halt den Drachen noch ein wenig steigen, dann wird er in Windeseile trocken! Gleiches gilt für alle weiteren nassen Ausrüstungsgegenstände. Auch für morgen ist kein Regen angekündigt, das macht Hoffnung!
Oh, Überraschung - ein Schauer! Schnelle Flucht ins Zelt...








