Mittwoch, 10. Juni 2026

Kjenndalsbre

Aus Angst vor dem angekündigten Regen brechen wir bereits um 9:30 Uhr ohne Frühstück auf zum berühmten Trollstigen, der die letzten Jahre leider gesperrt war. Jetzt ist er wieder offen. Auch das Wetter spielt mit - auf dem Berg sinkt die Temperatur zwar unter 10 Grad, aber dafür bleibt der Regen aus. Bereits nach 3 km passieren wir den "richtigen", gut gefüllten Campingplatz, danach gibt es keine Zeltmöglichkeit mehr. Haben wir wieder alles richtig gemacht. 

7 km windet sich der Trollstigen in Serpentinen den Stigfossen hinauf - sehr beeindruckend und Spaß pur. Dann reisen wir über das Tafjordfjella Richtung Valldal, wobei uns Kurt wieder schöne Nebensträßchen anbietet. Leider hat er bei der Trackaufzeichnung geschlafen, die erste Stunde hat er nicht aufgenommen. Mittlerweile habe ich Regenkombi und Lenkerstulpen ausgepackt, was sehr gut ist, denn immer wieder regnet oder nieselt es jetzt. Die Fähre nach Stranda erreichen wir auf den Punkt genau, hinter uns schließt sich gleich die Schranke.


Am Geirangerfjord regnet es jetzt richtig und in Hellesylt am Anfang des Geirangerfjordes parkt mal wieder ein Hochhaus-Kreuzfahrtschiff. Unser heutiges Ziel ist das Brixdalsbreen, ein großer Gletscher. Irgendwie hab ich darauf keine Lust, denn zum Übernachten wird's da schwierig und kalt werden. Ich bin nicht gut drauf, sehr müde, schwindelig und einfach "neben der Kapp". Das ist auch Kurt, den Abstecher zum Ramnesfjellfossen vergißt er einfach! Zum Glück bemerke ich das bald und wir drehen um. Zum Glück, denn dieser Abstecher ist so wunderschön! Viele Kilometer folgen wir einem strahlend türkisblauen Gletschersee zum Kjenndalsbre. Dann wird das sowieso schon schmale, kurvige Sträßchen kostenpflichtig, ist nur noch 3/4-spurig und zu guter Letzt geschottert. Auf dem Rückweg begegnen uns zwei Busse - der erste passiert uns bei einer Ausweichstelle, aber der zweite ist echt ein Problem. In Millimeterarbeit zwängen wir uns aneinander vorbei!
Der Parkplatz liegt herrlich unterhalb des Gletschers, inmitten von vielen Wasserfällen und direkt am schäumenden weißblauen Gletscherfluss. Es ist eigentlich noch zu früh, um den Tag zu beschließen, aber hier ist es einfach imposant. Oh - kein Mobilfunksignal? Ich hab heut abend noch ein online-Seminar. Also ziehen wir doch wieder das Tal hinaus, bis wir - ganz frech - direkt gegenüber einem kostenpflichtigen Campingplatz an eine frisch gemähten unser Lager aufstellen. Wie sind immer noch am Ufer dieses herrlichen Bergsees!



Und hier die Strecke: