Freitag, 12. Juni 2026

Wasser allüberall

Heut ist nicht mein bester Tag. Obwohl ich gut geschlafen habe, kann ich kaum geradeaus laufen und fühle mich nicht sicher auf den Beinen. Sobald ich auf der Lisl sitze fühle ich mich jedoch sicher - also muss sie heute für mich sorgen. Am besten ist, einfach fahren und möglichst selten absteigen. Erster Halt ist bereits nach wenigen hundert Metern auf der Fähre, die wir gerade noch erreichen. Bezahlt wird hier - wenn man bei "autopass" Mitglied ist - nur über fotografieren der Nummerntafel. Meine Lisl wird leider regelmäßig nicht erkannt und darum muss ich meist manuell mithelfen.

Regen - Regen -Regen. Na klar, wir sind ja im Einzugebiet von Bergen! Am Morgen kann ich das Zelt immerhin trocken einpacken - es regnet mal kurz nicht und ein bisschen Wind trocknet zumindest das Zelt schnell ab. Solange wir uns auf den Hauptstraßen mit viel, vor allem Touristen-Verkehr bewegen, regnet es meist stark bis unentwegt. Sobald wir aber auf Nebensträßchen gelangen, haben wir sehr viel Glück und die Gießerei läßt nach oder hört sogar ganz auf.
Kurti ist fix heute und findet jede Menge Alternativen zu den Hauuptstraßen; so tingeln wir manchmal sogar wieder auf Schotterstraßen durch Siedlungen und Bauernhöfe. Auf der Hauptstrecke reiht sich ein Tunnel an den Nächsten, aber Dank Kurt können wir die meisten davon auf genüßlichen Wegen umfahren. Die Nummer 13 ist moderat befahren und führt uns mit eine Mischung aus lieblichen Kurven und Serpentinen bis hinauf auf 1000 m Höhe, wo die Seen noch gefroren sind! Ach ja, am Weg liegt auch eine weniger bekannte Stabkirche, die wir allerdings nur von außen betrachten.

Unmengen Wasserfälle von meiner Bucketliste stehen heut auf dem Programm, aber aufgrund des eh schon nassen Wetters und meiner Geh-Unfähigkeit, lassen wir ein paar aus. Den Tvindefossen habe ich schon sehr oft besucht, ich glaube, das erste mal war in den achzigern!. Damals gab es nur einen Parkplatz, jetzt steht dort ein riesiger Andenkenladen und das gesamte Gelände sowie der Wasserfall selbst sind abgesperrt. Man darf nur bis zu einer Plattform gehen. Am Steindalsfossen sieht es ähnlich aus. Auch hier war ich schon ein paar mal und bin auch hinaufgeklettert bis hinter die Wasserwand. Das lasse ich heute ausfallen.
Das Weglassen macht gar nichts, denn auf unseren Abwegen begegnen uns unzählige andere imposante Wasserfälle - nur sind sie halt nicht ganz so berühmt, dafür aber meist gut zugänglich und nicht so überfüllt.

Es wird Zeit, nach einem Schlafplatz zu suchen. Dauerregen und weit und breit kein "Bunk a Biker", darum gewöhne ich mich an den Gedanken, einen Campingplatz anzusteuern. Sa gibts hoffentlich die Gelegenheit, wenigstens den Anzug über Nacht irgendwo aufzuhängen. Der Campingplatz in Odda schließt sich an ein - vermutlich nchgebautes - hölzernes Langhaus an, in dem sich ein vornehmes Restaurant befindet. Ein kleines Plätzchen für mein Zelt, die Lisl und mich soll 500 kr (ca. 50 €) kosten!!! Nö, das machen wir beim besten Willen nicht. Laut Google findet sich in 10 km nochmal ein Platz - der sieht schön gemäht aus, ist aber von Landmaschinen versperrt. Geschlossen! Ob ich einfach trotzdem dort zelte? Schließlich gibt es dort ein paar Möglichkeiten, die nassen Sachen auzuhängen. Keine Telefonnummer. Nach einigem herumschauen, kommt ein Traktor angefahren. Der Fahrer ist zufällig der Besitzer. Leider ist er nicht sehr kooperativ und besteht darauf, daß wir nicht hierbleiben können. Im strömenden Regen rasten wir dann eben auf einem kleinen Asphaltparkplatz zwischen der Straße und einem Fluß. Das Zelt steht unter Wasser und die Klamotten baden. Vorbeifahrende Autos oder LKWs rauschen ziemlich laut auf der nassen Fahrbahn. Das wird eine Nacht werden!


PS: Bis Aschbuch sind es nicht einmal mehr 2000 km!!!

Und hier die Strecke: