Mittwoch, 19. August 2026

Die E6

Das war ein romantischer Abend gestern, nachdem ich es geschafft habe, ein Feuer anzuzünden. Holz lag genügend da. Ein Feuer ist immer etwas Feines, außerdem konnte ich mir einbilden, daß es auch etwas Wärme ins Gapahuk geschickt hat. Geschlafen habe ich dann eher spannend auf der nichtmal 50 cm breiten Bank. Jedes Umdrehen geschieht bewusst, den Halt hab ich nur ein einziges mal verloren. Dafür habe ich mir 2 mal den Kopf an dem niedrigen Dach gestoßen.

Es wird wieder 10 Uhr, bis wir aufbruchfertig sind. Der Nebel hat sich nur wenig gehoben und mit 7 Grad ist es auch nicht besonders warm. Die Lisl habe ich gestern Abend noch umgedreht, so daß sie bergauf parkt. Hin und her überlege ich, wie wir am sichersten den Schlammweg bewältigen können: fahren oder nebenherlaufen? Fahren. Auf dem Grünstreifen in der Mitte ist der Grip vermutlich am besten, aber ich komme nicht zum abstützen mit den Füßen auf den Boden. Also gaaaanz langsam in der Schlammspur hinaufgezockelt - es klappt!

Ich habe mich für die "E6-Strecke" von Namsos nach Mo i Rana entschieden. Nicht weil ich die toll finde, sondern weil Kurti für etwa die Hälfte der Strecke Nebenstraßen anbietet und ich die Küstenstraße schon ziemlich oft gefahren bin. Solange wir dann wirklich auf der E6 fahren, ist es gar nicht so schlimm wie erwartet, die Lisl kann ein wenig rennen und es gibt kaum Verkehr, der uns belästigt. Wettermäßig bleibt es feucht-grau, darauf habe ich mich eingestellt. Ein bisschen transusig folgen wir dem Navi.


Die Landschaft ist nicht langweilig, aber sie ähnelt eher deutschen Mittelgebirgen: weitere Flächen, Ackerbau und Viehzucht. Nur die Flüsse und Seen sind grandioser. Die Mittagspause an der Tanke fällt heute recht lang aus, ich bin irgendwie reisemüde. Da weit und breit kein "bunk a biker" in der Nähe ist, muss ich wieder einen Zeltplatz finden. Relativ frühzeitig beginne ich damit und obwohl die meisten Rastplätze Campingverbot haben, finden wir einen netten Platz direkt an der Straße. 3 Bäume verstecken den Platz am Fluss ein wenig. Es gibt Toiletten (mit Wasser) und einige Sitzkombinationen. Dazwischen ein bisschen Gras - genau in der Größe meines Zeltes. Das gefällt mir. Die Lisl parkt oberhalb der Böschung auf dem Asphalt.

Es tröpfelt ganz leicht - keine Panik, das hört sicher gleich wieder auf. Als das Zelt steht, möchte ich mir den ausgeschilderten Angelplatz mit Gapahuk anschauen - ein wunderschöner, geschotterter Platz, ca. 200 m weiter. Die Lisl hätte die Schranke leicht umrunden können, aber das ist vermutlich nicht gewollt. Ich genieße den Ausblick aus dem Gapahuk als es anfängt stärker zu regnen - bis ich zurück bin, ist meine Jacke klatschnaß. Und dann regnet es sich ein, während ich mich im Zelt verstecke.



Und hier die Strecke: