Montag, 10. August 2026

Regen, Regen, Regen...

Am helllichten Nachmittag sitze ich gemütlich auf einer Terrasse nahe Stavanger und fasse den Fahrtag mal zusammen. Ich bin nämlich heute nicht viel gefahren....

Es hat fürchterlich viel geregnet und die Nacht war erwartungsgemäß ungemütlich. Der Wecker klingelt, abgestimmt mit dem Wetterbericht, um 7 Uhr, denn um 8 Uhr wird der nächste Regen erwartet. Der meldet sich allerdings leider schon deutlich vor 8, als das mittlerweile nur noch feuchte Zelt, leider noch steht. Vorbei ist es mit "trocken einpacken". Myriaden von Kriebelmücken machen die Flucht nicht einfacher - die sind so klein, daß man sie nicht sieht. Erst wenn sie beißen, aber dann ist es schon zu spät. Dafür sind wir heute schon früh unterwegs bei nasskalten 13 Grad - brrr. Ohne Morgentoilette oder Frühstück. Der Regenanzug ist heute natürlich Pflicht. Schon nach 1 h überfällt uns der nächste heftige "örtliche Schauer" und so geht es uns den ganzen Tag. Zum Glück habe ich für heute Nacht ein Dach über'm Kopf - ich komme bei Sunniva und Jan unter. Die Entfernung dorthin ist nicht groß, aber ich mag nicht schon am frühen Vormittag dort auftauchen.

Wir folgen brav Kurtis herrlichen Kurven- und Wegevorschlägen und genießen in den kurzen trockenen Pausen die Fahrt und die Landschaft. Die ist hier ganz anders: die Hügel wirken ein bisschen wie Allgäu, aber  sie sind kleiner und näher beieinander. Außerdem bestehen sie aus monolitischen Felsen, was man an einigen Abbrüchen erkennen kann. Eingezäunte Schafe weiden auf den von einzelnen Bäumen bewachsenen Magerwiesen.

Gelegentlich müssen wir ein Stück auf Hauptstraßen zurücklegen. Dort taucht eine Tankstelle auf, mit der ich eine "kaffeavtale" habe, d.h. eine Flatrate für Heißgetränke. Theoretisch. Denn praktisch gibt es heute einen Wasserrohrbruch, keinen Kaffee und keine Toilette. Immerhin aufwärmen kann ich mich und abwarten, bis der Regen nachläßt. Im Supermarkt auf der anderen Straßenseite gibt's dann auch eine Toilette. Übrigens: diese Flatrate funktioniert meiner Ansicht nach nur zu 50%, denn sehr oft ist irgendwas kaputt oder nicht verfügbar oder Getränke werden gar nicht erst angeboten.

Auf meiner Bucketlist steht die interessante Brücke "Midgardsormen". Trotz Regen möchte ich die gerne besuchen. Vom ausgeschilderten (und teuren) Parkplatz sind es allerdings 20 min Fußmarsch zum Beginn der Brücke. In Regenkombi und Motorradstiefeln tu ich mir das dann doch nicht an. Von der anderen Seite scheint auch ein Weg hinzuführen, etwas näher. Also umrunden wir den ganze See und enden dann an einem Firmengelände bzw. einem Wohnhaus, beide eingezäunt. Kein Weg zur Brücke. Sehr schade. Gut, dann sind wir eben schon am frühen Nachmittag bei Sunniva. Schnell wird die nasse Ausrüstung (Schlafsack, Isomatte, Zelt) zum trocknen ausgebreitet. Bei Kaffee und selbstgemachtem Rhabarbersaft ratschen wir ein wenig, bis Sunniva zur Arbeit muss. Ich wärme mich unter einer heißen Dusche und trockne mich dann auf der Terrasse in der Sonne.

Nächstes Ziel ist Lysebotn. Ich möchte per Fähre den Fjord entlang schippern und dann die berühmte Serpentinenstraße den Berg hinauf kurven. Leider geht das Boot nur Montags und Mittwochs, also nehme ich mir für morgen Stavanger vor. Der Wetterbericht prognostiziert für die nächsten 2 Tage gutes (trockenes) Wetter.

Und hier die kurze Strecke: